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Verkehrsaufkommen, Lärm und Luftbelastung, Bahnbrücke, Fußgängerquerung, Radweg ... - seit vielen Jahren sorgt die Treskowallee in Karlshorst für Diskussionen. Dazu wollen Bürgerinnen und Bürger mehr wissen. Der Bürgerverein Berlin-Karlshorst e.V. befragte daher im Mai 2008 CDU, DIE LINKE, FDP, Grüne und SPD in der BVV Lichtenberg nach ihren Vorstellungen zur Treskowallee. Die Antworten der Parteien haben wir für Sie im Original dokumentiert. So können Sie sich zum Thema eine eigene Meinung bilden. Trotz Erinnerung haben wir von der FDP keine Antwort erhalten. Die Reihenfolge der Parteien ergab sich aus der Schnelligkeit der Rückmeldung, wer also schnell antwortete steht an erster Stelle.
SPD Die Sanierung des S-Bhf. Karlshorst von 2009-2012 und die damit verbundene Erweiterung der Treskowallee auf 4 Fahrspuren zwischen Rheinsteinstr. und Wandlitzstr. geben die Möglichkeit zur Aufwertung des Ortsteilzentrums Karlshorst. Neben neuen Baumpflanzungen kann auch die Tram 21 aus der Ehrlichstr. zum S-Bhf. geführt werden. Das fußläufige Zentrum wird auf die östliche Seite der Treskowallee verlagert. Es entsteht zwischen Rheinsteinstr. und Ehrenfelsstr. ein neuer Stadtplatz, der sich in die Ehrenfelsstr. hineinzieht und den bisher ungenutzten Vorplatz des Theaters einbezieht. Auch der Bahnhofsvorplatz an der Stolzenfelsstr. wird neu gestaltet. Dazu wird die Stolzenfelsstr. vor dem Bahnhof schmaler und verkehrsberuhigt. Die Arbeiten in der Ehrenfels- und in der Stolzenfelsstr. erfolgen 2009. Das Theater Karlshorst wird vom Bezirksamt für die Musikschule angemietet. Es wird 2008-09 innen und außen, einschließlich des Theatervorplatzes, saniert. Das hebt die Qualitäten des neuen Stadtplatzes und macht vielfältige, kleinteilige Nutzungen möglich (Cafes, Restaurants, Erweiterung des Marktes u.a.). Das Theater erhält einen neuen Haupteingang, der dem neuen Bahnhofsvorplatz zugewandt ist. Das alte Kulturhaus wird abgerissen und das Grundstück verkauft. Ein neu bebautes Kulturhausgrundstück garantiert ein geschlossenes städtebauliches Ensemble und hält auch die Nutzungen im westlichen Teil des Ortsteilzentrums stabil. In das neue Gebäude zieht u.a. das Bezirksamt mit seinem Kulturhaus ein. Die Bebauungen der Grundstücke Treskowallee 107 (Ecke Ehrenfelsstraße) und Treskowallee 115 (ehem. Kino Vorwärts) sind von besonderer Bedeutung, da neue städtebauliche Akzente zu setzen sind. Zusätzliche Parkplätze im Zentrum Karlshorsts sind dringend erforderlich. Sie werden auf dem hinteren Teil des Kulturhausgrundstücks (Dönhoffstr.) gebaut. Für den Bau neuer Parkplätze in der Treskowallee, als auch für Radwege sind Einigungen mit den Hauseigentümern erforderlich. Bisher reicht der Platz dafür nicht aus, da die privaten Vorgärten diese Möglichkeiten versperren. Der Bau einer autobahnähnlichen Tangentialverbindung Ost (TVO) im Nachbarbezirk Hellersdorf-Marzahn wird eventuell im Zusammenhang mit dem neuen Flughafen in Schönefeld erforderlich. Diese TVO könnte zusätzlichen Verkehr aus der Treskowallee aufnehmen. Sie ist jedoch nicht der von einigen erhoffte „Heilsbringer“, denn auch nach dem Bau der TVO behielte die Treskowallee noch ein hohes Verkehrsaufkommen.Da bisher kein Planungsrecht für die TVO geschaffen wurde, notwendige Grundstückskäufe nicht getätigt sind und auch die Finanzierung (ca. 45 Mio. Euro) komplett ungeklärt ist, wäre selbst bei einem heutigen Beschluss des Abgeordnetenhauses ein Baubeginn vor 2018 nicht zu realisieren. Deshalb ist die Verkehrsberuhigung der Treskowallee ist ein eher langfristiges Projekt. Darauf kann Karlshorst nicht warten. Der Umbau des Zentrums muss 2009 beginnen.
Bündnis 90/Die Grünen Grundsätze
Diese und weitere Fragen sollten die Bürger von Karlshorst bei fachlicher Unterstützung durch Bezirksamt und HoWoGe miteinander diskutieren und die Ergebnisse in einem Bürgergutachten niederlegen. Der entsprechende Antrag wurde von uns im April 2008 in die BVV eingebracht (DS 818).
CDU Weder die Treskowallee in Karlshorst noch die Köpenicker Straße in Biesdorf sind in ausreichendem Maße aufnahmefähig für die gegenwärtige hohe Verkehrsbelastung. Die Eröffnung des Flughafens Berlin-Brandenburg International (BBI) lässt einen weiteren Anstieg des Verkehrsaufkommens in unserer Region erwarten. Es ist Aufgabe der Politik, eine Verkehrslösung für die betroffenen Straßen und Wohngebiete zu finden und damit auf den stetig anwachsenden Verkehrsstrom zu reagieren. Die Anwohner in Karlshorst und in Biesdorf müssen vor dem Verkehrslärm und der Umweltbelastung geschützt werden und die bestehende Wohnqualität soll erhalten bleiben. Schon heute stellt die Treskowallee insbesondere in Höhe der S-Bahn-Brücke ein Nadelöhr dar, dass zu Stosszeiten den Verkehr kaum noch bewältigen kann. Die Anwohner werden zeitweise durch den LKW-Verkehr auf unzumutbare Weise belastet. Auch ohne den Flughafen BBI abzuwarten sieht die CDU-Fraktion Lichtenberg schon heute die Notwendigkeit, eine tragfähige Lösung zu schaffen. Angesichts dieser Situation setzen wir uns für einen zeitnahen vollständigen Ausbau der Tangentialverbindung Ost (TVO) ein. Das ist nach unserer Auffassung die einzig sinnvolle und leistungsfähige Alternative, um die Straßen insbesondere auch in Karlshorst zu entlasten und den Verkehr über die TVO außerhalb der Wohngegenden zu kanalisieren. Wir fordern daher vom Lichtenberger Bezirksamt und vom Senat, dass die bereits seit Jahrzehnten existierenden Planungen endlich umgesetzt werden. Dies war auch Inhalt eines Antrages der CDU-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung. Bisher wurde der Ausbau nur in Teilstücken verwirklicht; der Bereich von der Spindlersfelder Straße bis zur Märkischen Allee steht noch immer aus. Da ein Weiterbau mit finanziellen Belastungen verbunden sein wird, hatte die CDU-Fraktion in der BVV Lichtenberg beantragt, dass der Bezirk sich beim Senat für die Berücksichtigung des Ausbaus der TVO bei den Investitionsplanungen einsetzt. Über diese Forderungen hinaus hat die CDU-Fraktion Lichtenberg der BVV im März 2008 einen konkreten Vorschlag für die Trassenführung unterbreitet. Demnach soll der Weiterbau der TVO den Durchgangsverkehr von Karlshorst und Biesdorf fernhalten, indem die Trasse auf Marzahner Gebiet westlich entlang der nicht genutzten Bahntrasse geführt wird und somit das fehlende Teilstück zwischen der Straße an der Wuhlheide und der B1 / B5 geschlossen wird. Durch die Bebauung der freien Trasse entstünde zugleich die Möglichkeit, Wohngebiete wenn nötig durch Lärmschutzwände abzuschirmen. Wir sind überzeugt davon, dass es für die Zukunft keine andere Lösung geben kann, als eine Lenkung des Verkehrs über eine fertiggestellte TVO. Dafür werden wir uns auch weiterhin einsetzen.
DIE LINKE Nach dem „Runden Tisch“ mit Kulturschaffenden und der Entscheidung der HOWOGE zum weiteren „Schicksal“ des Theaters deutet sich zur Nutzung des Kulturstandortes rings um den S-Bahnhof Karlshorst vorsichtiger Optimismus an:Die weitere Nutzung des Theaters in seiner bisherigen Funktion könnte unter Einbeziehung des Kulturhauses möglich werden. Es entstünde ein Kulturzentrum im Osten Berlins, das weit über Lichtenberg hinaus wirkt. Besucherfreundliches Zentrum?Aus einer Studie wissen wir, dass ca. 80% der in Karlshorst vorhandenen Kaufkraft außerhalb des Ortsteiles eingesetzt wird. Das ist auch nicht verwunderlich, wenn wir uns die „Hauptmagistrale“ von Karlshorst, die Treskowallee, ansehen. Sie hat mit ihrem immensen Durchgangsverkehr von Nord nach Süd so gar nichts vom Flair einer Einkaufsstraße. Und wie sollten Besucher auch angezogen werden, wenn sie sich lediglich zu Fuß zu den Geschäften und Restaurants bewegen können, weil sie keine Parkmöglichkeiten finden. Für den Kulturstandort sieht es auch nicht viel besser aus, denn für Besucher des Theaters, die nicht mit den sicherlich attraktiven Angeboten des öffentlichen Nahverkehrs aus dem Großraum Berlin anreisen wollen, beginnt die nervenaufreibende Suche nach Parkplätzen. Und das löst dann wieder einen Abschreckungseffekt aus, der dem Standort nicht sehr förderlich ist. Durchgangsverkehr auslagernNun stellen wir uns doch einmal vor, in vielleicht 10 Jahren hätten wir die Möglichkeit, den Durchgangsverkehr dorthin zu schicken, wo er hingehört – nämlich auf ein unbesiedeltes, menschenleeres Gebiet. Das ist gar nicht so weit vom Zentrum Karlshorsts entfernt auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofes längs der Bahntrasse des Berliner Außenrings. Hier sollte eine Verbindung zwischen der Straße an der Wuhlheide und der B1/5 den Durchgangsverkehr von den Wohngebieten Karlshorsts und Biesdorfs fernhalten. Zusätzliche Verbindungen zwischen den Ortsteilen Karlshorst und Biesdorf, wie es sie bereits vor dem Bau des Berliner Außenringes in den 20er Jahren des vergangen Jahrhunderts, könnten wieder eingerichtet werden. Flaniermeile TreskowalleeUnd wenn das dann geschafft wäre, könnte die Treskowallee zu einer attraktiven Einkaufs- und Flaniermeile werden. Von der Waldowallee bis zur Ehrenfelsstraße wird Tempo 30 eingeführt und auf einer Spur das Parken erlaubt. Auch ein Fahrradstreifen wäre sicherlich möglich. Im Bereich zwischen Dönhoffstraße und Wandlitzstraße/Am Carlsgarten rund um den S-Bahnhof könnte sogar ein verkehrsberuhigter Bereich entstehen, der wirklich nur für Tram und Bus und den unmittelbaren Anlieger- und Lieferverkehr benutzt würde. Das wäre ein schöner Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität der Karlshorster Bürger, für den es sich zu streiten lohnt.
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